Hinter meinen Bildern steht kein klassischer künstlerischer Werdegang, sondern eine Lebensgeschichte, die mich geprägt und letztlich dazu geführt hat, meinen Weg hierher zu finden.
Meine Kindheit war von massiver häuslicher Gewalt und Vernachlässigung geprägt. Mit acht Jahren (1979) wurde ich im Rahmen eines Polizeieinsatzes durch das Jugendamt aus meiner Familie genommen und in ein Nonnenheim gebracht.
Es folgten mehrere Heime bis hin zu einer geschlossenen Einrichtung für schwer erziehbare Kinder.
Mit 14 Jahren wurde ich erstmals festgenommen und verbrachte vier Monate in Untersuchungshaft. Danach kam ich erneut in ein geschlossenes Heim. Mit 15 Jahren folgten weitere sechs Monate Untersuchungshaft in der JVA Stammheim und anschließend vier Jahre in einer Jugendstrafanstalt.
Nach meiner Entlassung wurde ich wenige Wochen später aufgrund eines fehlerhaften Gutachtens für 12 Jahre unrechtmäßig in einer geschlossenen Hochsicherheitspsychiatrie inhaftiert. In dieser wurde ich auch mehrfach in Isolationshaft untergebracht.
Erst durch den engagierten Einsatz einer Anwältin und einer Professorin sowie ein Urteil des Oberlandesgerichts endete diese Zeit und ich erhielt mit über 30 Jahren meine Freiheit zurück, eine Freiheit, die ich zuvor nie hatte.
Wenn einem Freiheit, Selbstbestimmung und die Möglichkeit genommen werden, das eigene Leben zu gestalten, entsteht irgendwann die Suche nach einem Ort, an dem man sich selbst überhaupt erst finden kann.
Für mich wurde dieser Ort die digitale Bildgestaltung.
Dort gab es keine Mauern, keine Gitter und keine Grenzen. Es war ein Raum, in dem ich Dinge ordnen, verändern und sichtbar machen konnte, wie ich sie empfinde.
Genau das spiegelt sich heute in meinen Arbeiten wider. Mich faszinieren Gegensätze. Schwarz und Weiß, Licht und Schatten, Schönheit und Vergänglichkeit, Rost und Rosen. Ich interessiere mich für den Moment, in dem diese Gegensätze ineinander übergehen und etwas Neues entsteht.
Die Kamera selbst spielt für mich dabei keine große Rolle, sie dient nur dazu, das rohe Material einzufangen. Erst am Computer rücke ich die Szene dann wirklich ins rechte Licht.
Ich arbeite ohne künstliche Intelligenz. Stattdessen forme ich meine Bilder in stundenlanger Handarbeit mit digitalen Pinseln, aufwendigen Freistellungen und Ebenenmasken. Elemente werden entfernt, hinzugefügt oder in ihrer Lichtstimmung verändert. Es geht mir dabei nie um die exakte Abbildung der Realität, sondern um meine ganz persönliche Sichtweise.
Auch das Design dieser Website folgt diesem Gedanken. Starke Kontraste aus Schwarz und Weiß, gezielt ergänzt durch Farbe, bestimmen die Atmosphäre. Probieren Sie es gerne aus:
Ich habe mich bewusst dafür entschieden, meine Arbeiten nicht auf Social Media zu veröffentlichen. Sie finden sie ausschließlich hier.
Wahre Kunst entsteht nicht für den schnellen Klick, sondern um im echten Leben einen festen Platz zu finden. Ich freue mich, wenn eines meiner Werke bald auch Ihre Räume bereichert.